Zu Besuch in der «größten Männer-WG Aachens»
Aachener Nachrichten, 17.07.08
«Na, wie sitzt du denn?» Kaum hatte Susanne Matzenau die kleine Sarah befragt, antwortete die Grundschülerin auch schon mit einem Lächeln: «Schön, nur ein bisschen hart.»
Sarah saß aber nicht etwa auf einem gewöhnlichen Stuhl. Nein, sie hatte gerade eben auf einem Kamel Platz genommen. Gemeinsam mit 14 weiteren Jungen und Mädchen war sie nämlich am Donnerstag auf großer Entdeckungstour im Zirkus Krone, der momentan in Aachen gastiert.
Die Herzogenrather Offene Ganztagsschule (OGS) Bierstraß ist auch in den Ferien ganztägig für die Kinder da. Das Motto für diese Urlaubszeit lautet «Zirkus.» Wie passend, dass der Zirkus Krone seine Zelte auf dem Aachener Bendplatz aufgeschlagen hat.
Am frühen Morgen machten sich die Kinder mit Koordinatorin Barbara Voit-Mitt und weiteren Betreuerinnen auf den Weg nach Aachen. Susanne Matzenau, Pressesprecherin des Zirkus, empfing den Tross vor dem Haupteingang und ließ die neugierigen Besucher auch gar nicht lange warten, schließlich gab es jede Menge zu entdecken.
«Wir haben drei große Stallzelte», erklärte Matzenau zu Beginn. Los ging es «in der momentan größten Männer-WG Aachens.» 60 Hengste wohnen nämlich unter einem Dach, die Jungen und Mädchen konnten bei dem Anblick nur staunen.
Aber das war ja längst nicht alles, denn nur wenige Meter weiter stand ja schon das nächste große Zelt. Als Sarah und ihre Freunde vorsichtig durch die Türe lugten, wurden ihre Augen noch größer. Elefanten erwiderten die neugierigen Blicke nämlich. Schnell huschten die Kinder ins Zelt und bestaunten die Dickhäuter. Vor allem Elefantenbulle Colonel Joe mit seinen sieben Tonnen Gewicht faszinierte alle. «Elefanten sind richtig schöne Tiere», befand der zehnjährige Louis und erntete Zustimmung seiner Entdeckerfreunde.
Zurück am Tageslicht, zuckten einige Kinder kurz zusammen Direkt neben ihnen hatte doch tatsächlich ein Löwe gebrüllt. Die Sorge war unbegründet, die Raubtiere schlichen natürlich hinter sicherem Gitter hin und her. Vor allem der weiße Löwe «King Tonga» und die beiden noch namenlosen Löwenbabys hatten es den kleinen Besuchern angetan.
«Jetzt gehen wir zu den Exoten», rief Susanne Matzenau ihren Gästen zu. Schon aus einiger Entfernung sahen die Kinder, was sie erwartete. Lamas, Zebras und Kamele leben in Zelt Nummer drei, dazu lassen sich Ziegen und Shetland-Ponys streicheln. Angst hatten die wenigsten und auch die Sorge, von einem Lama angespuckt zu werden, nahm Susanne Matzenau den Gästen: «Das machen die nur, wenn sie sich bedroht fühlen.»
Überhaupt lernten die Jungen und Mädchen jede Menge an diesem Tag. Etwa, dass die Pferde nicht - wie meistens angenommen wird - mit einem Stück Zucker belohnt werden, sondern mit einem Früchtewürfel. «Pferde können schließlich auch Karies bekommen», weiß die Pressesprecherin.
Zum Schluss marschierte die Gruppe dann ins Zirkuszelt und zwar durch den Hintereingang, der sonst nur den Stars der Manege vorbehalten ist. Nach ein paar Proben der Pferde war die Entdeckungsreise zu Ende. Mitgenommen haben die Kinder jede Menge schöne Erinnerungen.
Nächste Woche Freitag, 25. Juli, heißt es auch in der Schule «Manege frei». Dann präsentieren die Kinder allen Interessierten, was sie einstudiert haben.
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